„Nie war ein Schatten„
Zwei Künstler – zwei Wege – zwei Bildwelten
Wolfgang Hambrecht, 1957 in Freiburg geboren, studierte zunächst Kunstgeschichte in Karlsruhe und anschließend Malerei bei Per Kirkeby an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe. An der Kunstakademie Düsseldorf setzte er sein Studium bei Dieter Krieg fort und schloss es als dessen Meisterschüler ab. Zahlreiche Stipendien und Arbeitsaufenthalte führten ihn unter anderem nach Paris, Florenz, Ahrenshoop und Seoul. Seit vielen Jahren ist er zudem in der künstlerischen Lehre tätig, unter anderem als Dozent und Gastprofessor in Essen, Stuttgart und Münster. Heute lebt und arbeitet er in Düsseldorf.
Sein künstlerischer Weg führte von einer zunächst abstrakten Malerei zunehmend hin zur Figuration und erzählerischen Malerei. In seinen Bildern verdichtet er Figuren, Szenen und Situationen zu Geschichten, die zugleich Raum für eigene Gedanken und Deutungen lassen.
Sabine Metzger, 1963 in Kassel geboren, studierte von 1984 bis 1990 an der Kunstakademie Düsseldorf bei Klaus Rinke und Alfonso Hüppi und schloss als Meisterschülerin von Alfonso Hüppi ab. Ein DAAD-Reisestipendium führte sie nach Irland, weitere Förder- und Arbeitsstipendien folgten, unter anderem von der Stiftung Kunstfonds und der Kunststiftung NRW. 2019 war sie als Gastkünstlerin an der Cité Internationale des Arts in Paris. Auch sie lebt und arbeitet in Düsseldorf.
Ihre Malerei entwickelte sich von zunächst gegenständlichen und landschaftsbezogenen Arbeiten hin zu einer abstrakten, intuitiven und prozessorientierten Bildsprache. Farbe, Geste und Material spielen dabei eine zentrale Rolle. Kontrolle und Zufall begegnen sich unmittelbar im Entstehungsprozess.
Die Ausstellung „Nie war ein Schatten“ bringt die Arbeiten zweier Kunstschaffenden zusammen, die seit vielen Jahren eng miteinander verbunden sind und dennoch sehr unterschiedliche malerische Ansätze verfolgen.
Während Wolfgang Hambrecht realistisch und erzählerisch arbeitet und in seinen Bildern Szenen, Figuren und Situationen verdichtet, entwickelt Sabine Metzger eine abstrakte, intuitive und stark prozessorientierte Malerei. Farbe, Geste und Material stehen im Mittelpunkt einer offenen Bildsprache, die sich zwischen Kontrolle und Zufall bewegt.
In der Ausstellung treten diese beiden Positionen nicht als Gegensatz auf, sondern als dialogische Struktur. Die Werke werden gemeinsam im Raum präsentiert und entfalten dort ein dichtes Geflecht aus Beziehungen, Spannungen und atmosphärischen Übergängen.
„Nie war ein Schatten“ versteht Malerei als gemeinsames, aber nicht vereinheitlichtes Feld. Unterschiedliche Bildsprachen treffen aufeinander, überlagern sich und erzeugen neue Wahrnehmungsräume zwischen Erzählung und Abstraktion.
Die Ausstellung lädt dazu ein, Malerei nicht als feste Kategorie zu betrachten, sondern als offenen Prozess, in dem sich Bilder, Bedeutungen und Stimmungen gegenseitig beeinflussen.


